25 Jahre – Mein Leben am Flughafen
Vor 25 Jahren habe ich am Flughafen Münster/Osnabrück als Luftsicherheitsassistent angefangen. Wenn ich heute darüber nachdenke, ist das schon ein erstaunlich langer Zeitraum. Und trotzdem fühlt es sich nicht so an. Es gibt kaum einen Tag aus dieser Zeit, den ich missen möchte.
Als ich damals begonnen habe, sah die Luftsicherheit noch ganz anders aus als heute. Ein Luftsicherheitsgesetz oder eine Luftsicherheitsschulungsverordnung gab es noch nicht. Flüssigkeiten wurden nicht als potenzielle Sprengstoffe betrachtet, und die Röntgengeräte an den Kontrollstellen waren im Grunde genau das – einfache Röntgengeräte. Eine 100‑%‑Kontrolle des Reisegepäcks war noch nicht Standard. Und auch das östliche Terminal am FMO existierte damals noch nicht.
In den letzten 25 Jahren hat sich in unserer Branche unglaublich viel verändert. Viele dieser Veränderungen habe ich direkt miterlebt – und bei einigen durfte ich sogar ein Stück weit mitwirken.
Seit 2003 bin ich Ausbilder im Bereich Luftsicherheit nach §8 LuftSiG. Gemeinsam mit meinem Team durften wir in dieser Zeit rund 200 Luftsicherheitskontrollkräfte ausbilden und auf ihrem beruflichen Weg begleiten. Zusätzlich haben wir zahlreiche IATA‑DGR‑Schulungen für PK‑12/TB‑O durchgeführt.

Im Laufe der Jahre kamen weitere Aufgaben dazu. Ich war am Aufbau eines Quality‑Managements im Bereich Luftsicherheit beteiligt und habe an der Entwicklung einer gelebten Security Culture mitgearbeitet. Heute bin ich stellvertretender Luftsicherheitsbeauftragter am Flughafen.
Wenn man so lange an einem Flughafen arbeitet, erlebt man natürlich auch viele besondere Momente. Ich erinnere mich an königliche Staatsbesuche, an Staatsempfänge und internationale Delegationen. An die Verladung von Olympia‑Pferden oder die Abfertigung von Delegationen rund um den G7‑Gipfel. Es gab zahlreiche ICAO‑Großübungen, Besuche von Eurofighter‑Jets der Luftwaffe am FMO und viele
Fußballcharter zu Europa‑ und Weltmeisterschaften oder Champions‑League‑Spielen.
Und dann gibt es natürlich auch Ereignisse, die man sich nicht aussucht – wie den Parkhausbrand vor einigen Jahren. Gerade in solchen Situationen zeigt sich, wie wichtig ein starkes Team ist. Der Zusammenhalt und das Engagement der Kolleginnen und Kollegen sind in solchen Momenten wirklich beeindruckend.
Neben den vielen Highlights gab es aber auch schwierige Zeiten. Die Anschläge vom 11. September 2001 haben die Luftsicherheit weltweit grundlegend
verändert. Dazu kamen wirtschaftliche Krisen, die Insolvenzen von Air Berlin und Germania und schließlich die Corona‑Pandemie. In dieser Zeit wurde der Flughafen Münster/Osnabrück zeitweise sogar zu einem Impfzentrum.
All diese Ereignisse haben die Branche verändert – und auch uns als Team geprägt.
Wenn ich nach 25 Jahren ein Fazit ziehen müsste, dann wäre es eigentlich ganz einfach: Ich arbeite immer noch sehr gerne hier. Nicht nur wegen der spannenden Aufgaben, sondern vor allem wegen der Menschen, mit denen ich zusammenarbeiten darf. Viele Kolleginnen und Kollegen begleiten mich schon seit Jahren, manche sogar seit Jahrzehnten.
Und genau deshalb gehe ich auch heute noch jeden Tag gerne zum Flughafen.


